Ein Schild mit der Aufschrift "Justizgebäude" hängt am Eingang des Landgerichts Nürnberg-Fürth., © Daniel Karmann/dpa/Archivbild

47-Jähriger wegen Hammerwurfs auf U-Bahn vor Gericht

Aus Wut soll ein Mann einen Hammer durch die Scheibe einer U-Bahn in Nürnberg geworfen und eine Frau nur knapp verfehlt haben. Seit Dienstag muss sich der 47-Jährige dafür vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord in acht Fällen und Sachbeschädigung vor. Der Angeklagte gab vor Gericht an, sich an die Tat nicht erinnern zu können, wie eine Justizsprecherin sagte. Er habe den Hammer aber auf einem Foto als seinen identifizieren können.

Der 47-Jährige soll im September vergangenen Jahres an einer Haltestelle den Hammer völlig überraschend auf die U-Bahn geschleudert haben, wie es in der Anklageschrift heißt. Dieser durchschlug die Scheibe, so dass diese zerbarst. Splitter verletzten einen Fahrgast leicht. Einer jungen Frau sei der Hammer knapp fünf Zentimeter am Kopf vorbeigeflogen. Der Angeklagte nahm deshalb nach Ansicht der Staatsanwaltschaft billigend in Kauf, dass die acht Menschen in dem Abteil tödlich verletzt werden könnten.

Über seinen Verteidiger ließ der 47-Jährige erklären, dass er seit mehreren Jahren Drogen konsumiere. Auch in der Nacht vor der Tat hatte er der Anklage zufolge Heroin und Amphetamine genommen sowie Alkohol getrunken. Vor der Attacke auf die U-Bahn hatte er demnach versucht, Kontakt zu seiner Ex-Frau, seiner Ex-Freundin und seiner Schwester aufzunehmen, die ihn aber alle abwiesen. Daraufhin soll er «in einem Zustand erheblicher Frustration und Aggression» ziellos mit der U-Bahn durch Nürnberg gefahren sein, bis es später zum Hammerwurf gekommen sei.