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AfD kritisiert «Wellness-Wahlkampf» der Grünen

Berlin (dpa) – Die AfD ist enttäuscht, dass die Grünen mit ihrem optimistischen Wahlkampf in Bayern so viele Wähler erreicht haben. Die Grünen hätten einen inhaltsleeren «Wellness-Wahlkampf» geführt und stünden für eine «Wohlfühl-Bionade-Bourgeoisie», sagte AfD-Chef Jörg Meuthen am Montag in Berlin. Eine Koalition der CSU mit den Grünen, rechnerisch möglich, wäre nach Ansicht Meuthens ein «kapitaler Fehler» der Christsozialen.

Mit 10,2 Prozent hatte die rechtskonservative AfD am Sonntag den Sprung in den bayerischen Landtag geschafft, blieb aber hinter ihrem Ergebnis bei der Bundestagswahl zurück. Nach der Wahl in Bayern ist die AfD nun in 15 von 16 Landtagen vertreten.

«Wir betrachten das als einen Sieg», sagte Meuthen. Dass die AfD nicht noch besser abgeschnitten habe, hänge mit der «harten bürgerlichen Konkurrenz» durch die Freien Wähler zusammen.

Die AfD-Spitzenkandidatin in Niederbayern, Katrin Ebner-Steiner, sagte mit Blick auf die Proteste in Chemnitz: «Seit Chemnitz haben die Freien Wähler an Boden gewonnen. Und von daher haben wir auch etwas schlechter abgeschnitten als erwartet.» In Zusammenhang mit den Protesten in der sächsischen Stadt Anfang September habe es eine «Hetzjagd» auf die AfD gegeben. Ihre Partei sei «von der CSU und von der Linken mit der Nazikeule attackiert» worden. Dies habe einige bürgerliche Wähler verschreckt.

Wer in Bayern jetzt den Fraktionsvorsitz der AfD übernehmen wird, ist noch offen. Katrin Ebner-Steiner, sagte auf die Frage, ob sie sich eine Doppelspitze vorstellen könne, sie sei prinzipiell bereit, Verantwortung zu übernehmen, alles weitere «wird die Fraktion dann in ihrer ersten Sitzung entscheiden». Ihr wichtigster parteiinterner Rivale, der Spitzenkandidat in Oberbayern, Franz Bergmüller, hatte bereits am Wahlabend erklärt, eine Doppelspitze zusammen mit Ebner-Steiner fände er «auf alle Fälle in Ordnung».

Bergmüller war früher Mitglied der CSU. Ebner-Steiner wird dem rechtsnationalen Parteiflügel um den Thüringer Landeschef Björn Höcke zugerechnet. Sie sagte, im Landtag wolle sie sich für «ideologiefreies Lernen» einsetzen. Bayerische Familie sollten bei der Förderung des Wohnungsbaus bevorzugt werden. Auf ihr Verhältnis zum Flügel angesprochen, sagte Ebner-Steiner: «Ich bin mit Herrn Höcke privat befreundet, allerdings sind wir politisch nicht immer einer Meinung.»