Ilse Aigner (CSU), Präsidentin des bayerischen Landtags., © Sven Hoppe/dpa/Archivbild

Aigner wünscht sich CSU-Generalsekretär vom Land

Der Nachfolger von CSU-Generalsekretär Stephan Mayer sollte nach Ansicht von CSU-Oberbayern-Chefin Ilse Aigner nicht aus einem Ballungszentrum kommen, aber politisch sehr erfahren sein. «Der neue General sollte den ländlichen Raum repräsentieren und stärken», sagte Aigner am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Es sei aber nicht entscheidend, ob es eine Frau oder ein Mann werde. «In diesen Kategorien sollten wir bei der Auswahl nicht denken. Es geht um Qualifikation, nicht ums Geschlecht», sagte Aigner, die auch Mitglied des CSU-Präsidiums ist. Wichtiger sei, dass die Person «ausreichend Erfahrung» mitbringe, die Partei und ihre Strukturen gut kenne und gegen bundespolitische Größen in Fernseh-Diskussionen wortgewandt und intelligent bestehen könne. «Ein glaubwürdiger Macher, ein authentischer, guter Kommunikator. Es muss jemand sein, der Themen setzt und damit unsere Wählerschaft abholt.»

An den laufenden Spekulationen will sich Aigner nicht beteiligen: «Ich werde jetzt nicht über Namen spekulieren. Es gibt einige, denen ich dieses Amt zutraue», sagte sie. Söder müsse jetzt schnell handeln und sie sei davon überzeugt, dass er dies auch tun werde.

Der Zustand, in dem sich die CSU rund eineinhalb Jahre vor der nächsten Landtagswahl präsentiere, stelle sie nicht zufrieden. «Die CSU regiert Bayern sehr gut – aber die Probleme in der Partei lenken den Fokus davon ab. Das müssen wir schnell in den Griff bekommen», betonte sie. «Die CSU steht für Respekt, Rücksicht, Augenmaß. Meine CSU ist ehrlich, authentisch und menschlich.» Diese Werte seien in letzter Zeit an mancher Stelle in der Partei abhanden gekommen. «Das müssen wir wieder ändern. So wie es in der Vergangenheit gelaufen ist, dürfen wir nicht weiter machen.»

Nach kaum mehr als zwei Monaten Amtszeit hatte der bisherige CSU-Generalsekretär Stephan Mayer seinen Rücktritt erklärt. Der 48-Jährige nannte dafür in einer schriftlichen Erklärung gesundheitliche Gründe. Zugleich räumte er allerdings eine «möglicherweise» im Rückblick nicht angemessene Wortwahl einem «Bunte»-Journalisten gegenüber ein. Der Journalist hatte Mayer zuvor vorgeworfen, ihn telefonisch bedroht zu haben, im Zusammenhang mit einem Bericht über Mayers Privatleben. Söder hatte am Mittwoch angekündigt, die Nachfolge rasch zu klären.