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Aiwanger verteidigt Verzicht auf Flutpolder

München (dpa/lby) – Bayerns Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat den von der CSU und seiner Partei vereinbarten Verzicht auf die Flutpolder in Eltheim und Wörthhof (Landkreis Regensburg) verteidigt. Damit reagierte er am Freitag auf einen Brief der Interessengemeinschaft Flutpolder an den Landtag, in dem die Unterzeichner – unter ihnen acht Bürgermeister aus der Region – die beiden Polder ebenfalls strikt ablehnen. Sie fürchten unter anderem einen Grundwasseranstieg und eine Gefährdung des Trinkwassers im Falle einer Polderflutung. Bei Grundstücken und Immobilien drohe ein massiver Wertverlust. Polder sind eingedeichte Rückhalteflächen, die bei Hochwasser geflutet werden können und so erhebliche Wassermassen aus den Flüssen nehmen.

Aiwanger forderte in seiner Stellungnahme «zeitnahe Entscheidungen für die Donauanlieger anstatt Phantom-Polder in Regensburg». Der Planfeststellungsbeschluss für den Hochwasserschutz für Straubing und Vilshofen müsse noch im ersten Halbjahr 2019 getroffen werden. Aiwanger setzt auf dezentrale Regenrückhaltung und modernes Staustufenmanagement – was auch die Unterzeichner des Briefes fordern. Es gelte zudem, bestehende Deiche zu sichern und zu verbessern. Auch müsse der Bau von Siedlungen und Gewerbegebiete in Hochwasserbereichen gestoppt werden.

Anlass der Debatte um die Flutpolder war eine Vereinbarung von CSU und Freien Wählern im Koalitionsvertrag, wonach auf geplante Polder in Bertoldsheim (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) sowie in Eltheim und Wörthhof (Landkreis Regensburg) verzichtet werden soll.