Alle Hände voll zu tun: Bierfestauftakt hält Polizei in Atem

Der Bierfestauftakt in Kulmbach am Wochenende ist gelungen und war im Großen und Ganzen auch friedlich. – Die Polizei hat er allerdings etwas in Atem gehalten. Es gab einige alkoholbedingte Ausfälle. Das Nacktbaden von vier jungen Männern im Brunnen hinter der Volksbank war dabei noch das Geringste. Sie erhielten wegen des ungebührlichen Benehmens einen Platzverweis.

Am Abend und in der Nacht häuften sich die Polizeieinsätze dann. Am „Sternla-Strand“ stritten sich zwei Kontrahenten um dieselbe Frau und traten und schlugen sich. Im Grünzug nahe dem Pörbitscher Weg kam es auch zu einer Streitigkeit, wo Bereitschaftspolizisten eingriffen und SChlimmeres verhinderten. Dabei wurde ein verbotener Schlagring beschlagnahmt, bevor dieser zum Einsatz kam.

Ein 20-jähriger aus dem Kulmbacher Landkreis erlitt im Laufe eines Streits eine Schnittverletzung im Brustbereich. Die Täter flüchteten, die Polizei sucht Zeugen des Vorfalls.

Weiter aus dem Polizeibericht heißt es:

Noch während hierzu die polizeilichen Maßnahmen liefen, mussten sich die Bereitschaftspolizisten gegen 02:15 Uhr gegen zwei Männer in der Webergasse zur Wehr setzen. Das Besondere hierbei: Ursprünglich hatte einer der beiden die Beamten wegen Schwierigkeiten mit seinem Begleiter herbei gerufen. Als dieser zur weiteren Abklärung zur Kulmbacher Wache verbracht werden sollte, rastete er aus, warf Stühle einer nahegelegenen Gaststätte umher und setzte sich gegen die Ordnungshüter körperlich zur Wehr. Dies konnte der ursprünglich Hilfesuchende offenbar nicht mit ansehen, weswegen er dem mittlerweile festgehaltenen Mann „zur Hilfe“ kam und die polizeiliche Maßnahme verbal und körperlich störte. Letztlich endete auch sein Abend – zumindest kurzzeitig – in Handschellen, die beiden müssen sich nun wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Gefangenenbefreiung strafrechtlich verantworten.

Zu dieser vorgerückten Stunde wären die Haftzellen der Kulmbacher Inspektion bereits ausgelastet gewesen, dennoch „empfahl“ sich ein 30-jähriger Kulmbacher als weiterer Übernachtungsgast, nachdem er – offenbar in einem Zustand völliger Verwirrung und mit rund zwei Promille Alkhohol im Blut – versucht hatte, gewaltsam über ein Fenster in die Stadthalle einzudringen. Hierbei wurde er vom Sicherheitsdienst beobachtet und festgehalten. Da er auch gegenüber der Polizei keine Anstalten machte, von seinem Vorhaben abzulassen, endete sein Abend im Polizeigewahrsam.

Abschließend trat die Bayreuther Kripo nochmals gegen 04:30 Uhr auf den Plan, als eine junge Frau in der Wache vorstellig wurde, die angab, in einem Kulmbacher Club sexuell bedrängt worden zu sein. Die Ermittlungen hierzu erstreckten sich bis weit nach Tagesanbruch.

Neben der teils turbulenten Phasen der Nacht ist jedoch als erfreulich festzustellen, dass sämtliche Verkehrskontrollen nahezu unauffällig verliefen, lediglich gegen 22:15 Uhr musste eine Kulmbacher Polizeistreife einen Alkoholsünder ahnden, dessen Atemalkoholgehalt deutlich über dem erlaubten Grenzwert lag, als er am Steuer seines Wagens saß. Ihn erwartet ein Bußgeld von mindestens 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Alle anderen kontrollierten Autofahrer zeigten sich vorbildlich vernünftig und verzichteten auf den Genuss alkoholischer Getränke, was aus Sicht der Verkehrssicherheit sehr zu begrüßen ist.