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Alte Pinakothek: Meisterwerke der Florentiner Renaissance

München (dpa/lby) – Meisterwerke der florentinischen Renaissancemalerei sind von diesem Donnerstag an in der Alten Pinakothek in München zu bewundern. «Florenz und seine Maler: Von Giotto bis Leonardo da Vinci» zeigt 120 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen aus dem 15. Jahrhundert. Kurator Andreas Schumacher sprach am Mittwoch von einem großen kulturellen Aufbruch in dieser Zeit, begünstigt durch mächtige Familien wie die Medici. Florenz sei das Maß aller Dinge gewesen, Hunderte Künstler hätten in ihren Werkstätten die hohe Nachfrage nach Kunst bedient. Die Pinakothek präsentiert bis zum 27. Januar 2019 wichtige Werke von damals, etwa von Domenico Ghirlandaio, Andrea del Verrocchio oder Leonardo da Vinci.

Einer der Höhepunkte ist das Bild «Anbetung des Kindes durch die Heiligen Drei Könige» von Sandro Botticelli, um 1475 entstanden. Unter großen Sicherheitsvorkehrungen war es aus den Uffizien in Florenz nach München gebracht worden. Auch wichtige Altarbilder sind zu sehen, etwa mehrere Tafeln, die Fra Angelico um 1438/1440 für den Hochaltar der Kirche San Marco in Florenz geschaffen hatte. Die Szenen aus dem Leben der Heiligen Cosmas und Damian sowie der Grablegung Christi sind normalerweise über mehrere Museen verstreut.

Prominent vertreten auf Plakaten und Flyern ist Filippino Lippis «Bildnis eines jungen Mannes», das sonst in der National Gallery of Art in Washington hängt. Selbstbewusst und herausfordernd blickt er unter seiner roten Kappe den Betrachter an. Für Werbezwecke trägt er aber nun eine Sonnenbrille, in deren Gläsern sich eine Ansicht der Stadt Florenz spiegelt – ein moderner, junger Mann, der sogar einen eigenen Hashtag hat: #lippiandme.

Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen besitzen selbst einen reichen Fundus an Werken aus Florenz und zeigen diesen parallel in der Dauerausstellung. Räumlich hat sich dort einiges getan. Viereinhalb Jahre lang war das 1836 eröffnete Haus vor allem energetisch saniert worden. So gelangt nun wieder viel Tageslicht in die Räume, wie es der Architekt Leo von Klenze ursprünglich geplant hatte.