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Artenvielfalt in der Rhön gefährdet: Birkhuhn bedroht

Gersfeld (dpa) – Tier- und Naturschutz-Experten sehen die Artenvielfalt in der Rhön stark bedroht. Das dortige Biosphärenreservat (BR) im Dreiländereck von Hessen, Bayern und Thüringen sei eines der letzten Rückzugsorte für einige Arten, die andernorts bereits fehlen. «Wir müssen aufpassen, dass der Aderlass nicht noch größer wird. Der Auerhahn und der Kiebitz sowie einige Fledermausarten sind wegen der Umwelteinflüsse bereits verschwunden. Wir können nur ungefähr abschätzen, was uns bereits alles abhandengekommen ist», sagte der Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des BR Rhön, Torsten Raab, in Gersfeld der Deutschen Presse-Agentur.

Vom Aussterben bedroht ist beispielsweise auch das Birkhuhn. Etwa 25 Exemplare leben aktuell nur noch in der Rhön. «Der Charaktervogel der Rhön ist äußerst selten geworden. Wir müssen ihn bewahren, weil er als Leitart eine Signalwirkung besitzt: Stirbt das Birkhuhn aus, folgen erfahrungsgemäß weitere Arten», erklärte Torsten Kirchner vom Birkhuhn-Schutzprojekt. Um die in den vergangenen Jahrzehnten arg geschrumpfte Population aufzupäppeln, wurden die Rhöner Birkhühner bereits mit Importen aus Schweden verstärkt. «Ohne die Unterstützung, wäre das Birkhuhn hier bereits ausgestorben», befand Kirchner.

In acht Jahren wurden knapp 150 Birkhühner aus Europas Norden in die Rhön gebracht. Aber nur einige davon überlebten. Stark unter Druck steht das Birkwild wegen seiner Fressfeinde. Fuchs, Uhu und Kolkrabe mögen die auffällig gefiederten Vögel. Der Lebensraum der Freiland liebenden Birkhühner hat sich durch die Aufforstung der Nachkriegsjahre verschlechtert. Gestört werden sie auch durch die Landwirtschaft und Freizeitsportler, etwa Wanderer und Mountainbiker, wie Kirchner erklärte.