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Feiertags-Hochburg Augsburg zelebriert den Frieden

Augsburg (dpa/lby) – Die Augsburger haben wieder ihren bundesweit einmaligen Stadtfeiertag begangen, der zu weltweitem Frieden mahnen soll. Deswegen blieben am Donnerstag in Bayerns drittgrößter Stadt Geschäfte, Büros, Behörden und Fabriken geschlossen. Als Höhepunkt war mittags auf dem Rathausplatz eine große Friedenstafel unter freiem Himmel geplant. Hunderte Bürger nehmen dabei traditionell gemeinsam an den Tischen Platz und teilen die von zu Hause mitgebrachten Lebensmittel.

Die Augsburger haben wegen ihres «Hohen Friedensfestes» die meisten Feiertage in der Bundesrepublik. In Vororten wie Friedberg oder Gersthofen freuen sich zahlreiche Geschäftsleute über die geschlossenen Läden in der Nachbarstadt. Denn viele Augsburger nutzen den Feiertag für einen Shopping-Ausflug ins Umland.

Der Festtag geht zurück auf das Jahr 1650. Damals hatten die Protestanten in Augsburg erstmals ihre im Augsburger Religionsfrieden (1555) formulierte und im Westfälischen Frieden (1648) errungene Gleichberechtigung mit der katholischen Kirche gefeiert. Seit 1950 ist das Hohe Friedensfest der schwäbischen Stadt ein staatlich festgelegter Feiertag.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten gibt es jedes Jahr ein zweiwöchiges Kulturprogramm mit einem politischen Schwerpunkt. Heuer stand das Programm unter dem Motto «Freiheit». Altbundespräsident Joachim Gauck hatte am 24. Juli die Kulturwochen eröffnet.