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Augsburg will Fujitsu-Arbeitskräfte in der Stadt halten

Augsburg (dpa/lby) – Nach der Schließungsankündigung für das Computerwerk des japanischen Fujitsu-Konzerns will Augsburg die Mitarbeiter in der Stadt halten. Die Stadtverwaltung befürchtet insbesondere, dass die Fachkräfte attraktive Angebote aus dem Raum München annehmen könnten. Augsburgs Zweite Bürgermeisterin Eva Weber (CSU) sagte am Montag, dass IT-Spezialisten quasi «vom Markt aufgesogen» würden. Es sei sicher so, dass angesichts des Fachkräftemangels auch viele Arbeitgeber im benachbarten München Fujitsu-Beschäftigte gerne übernehmen würden.

Fujitsu hatte angekündigt, seine Augsburger Fabrik und damit das letzte verbliebene Computerwerk in Europa bis zum Herbst 2020 schließen zu wollen. Mehr als 1500 Mitarbeiter sind davon betroffen. Wirtschaftsreferentin Weber machte den Beschäftigten Hoffnung, schnell einen neuen Job finden zu können. «Der Arbeitsmarkt ist momentan gut und aufnahmefähig.» Sie gehe davon aus, dass die Mitarbeiter gute Chancen haben.

Die Augsburger Arbeitsagentur meldete im September eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent, dies entspricht der Quote auch der Münchner Arbeitsagentur. Die beiden anderen schwäbischen Arbeitsagenturen haben noch niedrigere Quoten als Augsburg und melden teilweise Vollbeschäftigung.

In der Vergangenheit hatten allerdings immer wieder spektakuläre Pleiten von Augsburger Großunternehmen viele Jobs gekostet. Überregional für Schlagzeilen hatte insbesondere die Insolvenz des ehemals zur katholischen Kirche gehörenden Medienhändlers Weltbild gesorgt. Zuletzt hatte der Leuchtmittelhersteller Ledvance die Schließung des früheren Osram-Werkes in Augsburg angekündigt.

Wie auch in diesen früheren Fällen soll nun die Augsburger Allianz für Arbeit den gekündigten Fujitsu-Mitarbeitern Perspektiven aufzeigen. Dabei kann es um die Qualifizierung von Beschäftigten gehen oder um die Vermittlung neuer Lehrstellen für Auszubildende. An der Allianz sind neben der Stadt Augsburg die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Agentur für Arbeit und die Gewerkschaften beteiligt.