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Ausbildungsmarkt: Bewerberzahl in langjährigem Tief

Nürnberg (dpa) – Die Corona-Krise schlägt am bayerischen Ausbildungsmarkt nicht durch. Trotz Rückgängen sind nach wie vor deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. «Es gibt 2020 keinen Corona-Jahrgang», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion, Ralf Holtzwart.

Für den Zeitraum von Oktober 2019 bis September 2020 lag die Zahl der gemeldeten Stellen bei 103 221. Das sind gut 7000 weniger als im Vorjahreszeitraum und in etwa der Wert des Ausbildungsjahres 2015/16. Die Zahl der Bewerber fiel um knapp 5000 auf 69 968 – den niedrigsten Wert seit September 1992. Die Rückgänge führt Holtzwart allerdings nicht auf Corona zurück. Der rückläufige Trend sei bereits seit Oktober 2019 spürbar gewesen, sagte er.

Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, sollten sich nicht entmutigen lassen, betonte Holtzwart. Teilweise seien Bewerbungsprozesse nach hinten verschoben worden, so dass die Nachvermittlungsphase dieses Jahr eine große Bedeutung habe.

Die meisten unbesetzten Stellen gibt es laut Arbeitsagentur im Verkauf, im Lebensmittelbereich, Tourismus-, Hotel- und Gaststättenberufen, in den medizinischen Gesundheitsberufen sowie in den Gebäude- und versorgungstechnischen Berufen.