Autowelt-König-Prozess: kompliziertes Verfahren vor überraschendem Aus – Geringere Vorwürfe gegen Kulmbacher Beteiligten

Wer hatte die Fäden in der Hand und wer hat nur Anweisungen befolgt? Der komplizierte Prozess wegen millionenschwerer Steuerhinterziehung bei der ehemaligen Autowelt König wird mit großer Wahrscheinlichkeit keine Antwort auf diese Fragen bringen. Das ist nach Medienberichten gestern vor der Wirtschaftsstrafkammer in Hof deutlich geworden.

Vier Angeklagten, darunter einem Kulmbacher, wird vorgeworfen, vor der Pleite des seinerzeit größten Autohändlers in Oberfranken massenweise Autos ins EU-Ausland verkauft und weder hier noch dort Umsatzsteuer bezahlt zu haben.

Das Gericht kann den hauptangeklagten Thomas K. und seinem Geschäftsführer nicht nachweisen, dass sie über die Steuerhinterziehung Bescheid gewusst haben. Die beiden könnten mit Geldauflagen und  Bewährungsstrafen davonkommen. Auch die Vorwürfe gegen einen Autoverkäufer aus Kulmbach würden nach Vorschlag des Vorsitzenden Richters wesentlich verringert. Er soll sich Vorsteuerbeträge über 2,5 Millionen Euro widerrechtlich vom Finanzamt erstattet haben lassen. In drei Wochen wird der Prozess fortgesetzt. Dann müssen die Angeklagten erklären, ob sie den Vorschlägen des Gerichts folgen. Die Verteidiger haben gestern bereits von einer Bereitschaft gesprochen, an konstruktiven Lösungen mitzuarbeiten.