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Baby ungesichert auf Rücksitzbank: Schleuserfahrt gestoppt

Füssen (dpa/lby) – Das Neugeborene ungesichert auf den Knien seiner Eltern, drei kleine Kinder nicht angegurtet auf dem Boden sitzend – die Polizei hat im Allgäu eine Schleuserfahrt in einem Auto mit acht Insassen gestoppt und spricht von lebensbedrohenden Umständen. Einer Streife der Bundespolizei war der Wagen am Grenztunnel Füssen der Autobahn 7 aufgefallen. Bei der Kontrolle stellte sich nach Angaben der Inspektion Kempten vom Freitag heraus, dass in dem Fahrzeug mit deutscher Zulassung acht Insassen, darunter die vier Kinder, saßen.

Der irakische Fahrer habe die türkischen Staatsangehörigen unter abenteuerlichen Umständen von Italien nach Deutschland gebracht. Er konnte zwar gültige Flüchtlingsdokumente vorweisen. «Die sieben Mitreisenden hingegen führten lediglich ihre türkischen Identitätskarten mit, welche die Einreise nach Deutschland nicht erlauben», teilte die Polizei zu der Kontrolle aus der Nacht zum Mittwoch mit.

Der 33 Jahre alte Iraker – er ist anerkannter Flüchtling – wurde als Schleuser angezeigt. Sein Beifahrer im Alter von 25 Jahren musste den Angaben zufolge noch am selben Tag in die Türkei zurückfliegen. Die Eltern im Alter von 33 und 36 Jahren beantragten Asyl für sich und ihre Kinder im Alter zwischen wenigen Wochen und sechs Jahren. Sie kamen in eine Erstaufnahmeeinrichtung.