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Balztoller Auerhahn umgesiedelt

Lenggries (dpa/lby) – Ein balztoller Auerhahn, der sein Revier auf der Terrasse einer Berghütte bei Lenggries bis zur Erschöpfung verteidigt hatte, ist in ein ruhigeres Gebiet umgesiedelt worden. Dass bei den vom Aussterben bedrohten, eigentlich sehr scheuen Auerhähnen in der Balzzeit die Hormone verrückt spielen, ist normal, wie die Landratsämter Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach am Mittwoch erläuterten. In seltenen Fällen werde ein Hahn aber balztoll. Er verliert dann die Scheu vor dem Menschen, den er zudem als Konkurrenz wahrnimmt, und verteidigt seinen Balzplatz.

Der Auerhahn auf der Lenggrieser Hütte hatte sich seit Mai ebenfalls angriffslustig verhalten und war zunehmend erschöpft. «Das war ihm auch anzusehen, er hatte lange keine Zeit mehr für die Gefiederpflege und die Nahrungsaufnahme, da er rund um die Uhr mit der Verteidigung seines Balzplatzes beschäftigt war», schilderten die Experten.

Der Hahn wurde deshalb vorsichtig eingefangen und in ein ruhiges Gebiet im Mangfallgebirge mit weniger Besucherverkehr und geringer Konkurrenz anderer Hähne gebracht. «Am neuen Standort ist er nun deutlich entspannter.»

Übrigens: Balztolle Auerhähne werden von den Hennen nicht mehr akzeptiert und sind somit für die Population verloren. Die Gründe für das fehlgesteuerte Verhalten sind den Angaben zufolge noch nicht vollständig erforscht. Auffällig sei, dass balztolle Auerhähne fast immer an sehr frequentierten Orten aufträten. Häufige Störungen könnten daher eine Ursache sein.

© dpa-infocom, dpa:210707-99-296319/2