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Bayerns Handwerk sucht Nachwuchs

München (dpa/lby) – Im bayerischen Handwerk sind zwei Wochen nach Beginn des Ausbildungsjahrs immer noch mehr als 4800 Lehrstellen frei. Handwerkstagspräsident Franz Xaver Peteranderl sagte dem Münchner Merkur (Freitag): «Auch wenn das Ausbildungsjahr offiziell zum 1. September beginnt, ist es möglich, eine Lehre auch noch Ende November oder im Dezember zu beginnen. Wir erwarten in diesem Jahr eine besonders starke Nachvermittlung im Herbst.»

Wegen Corona habe es in den vergangenen zwei Jahren keine Praktika und keine Jobmessen gegeben. «Damit fehlte natürlich der Kontakt zu jungen Menschen und die Chance, ihnen die Handwerksberufe nahezubringen», sagte Peteranderl. Viele Eltern wollten auch, dass ihre Kinder studieren.

In den 208.000 bayerischen Handwerksbetrieben arbeiten rund 955.000 Menschen. Zu den Favoriten unter den 130 Ausbildungsberufen gehöre weiterhin der Mechatroniker. Aber «zum Beispiel steigen in diesem Jahr die Ausbildungszahlen bei den Maurern. Dafür gehen die bei den Friseuren zurück, obwohl das immer ein Boom-Bereich war», sagte der Handwerkstagspräsident. Die Corona-Lockdowns hätten Friseure, Kosmetiker, Schneider und andere Dienstleistungsbereiche schwer getroffen. Aber den Bau- und Ausbaugewerken «geht es nach wie vor gut. Die haben momentan eher unter Materialknappheit als unter Corona zu leiden.»

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