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Bayerns Nachwuchschef: Mehr Anreize für Talente in 3. Liga

München (dpa/lby) – Der FC Bayern München begrüßt das vieldiskutierte «Projekt Zukunft» des Deutschen Fußball-Bundes. Die Bemühungen des DFB seien «aus unserer Sicht sehr positiv», sagte Jochen Sauer, Leiter des FC Bayern Campus, der Deutschen Presse-Agentur. «Der DFB und die DFL haben sehr viel Arbeit in das „Projekt Zukunft“ gesteckt, es wurde viel recherchiert, mit den Beteiligten gesprochen und ausgewertet. Das Ergebnis ist ein ganzheitliches Konzept mit sehr konkreten Umsetzungsvorschlägen. Insbesondere die Konkretheit der Vorschläge ist als sehr zielführend zu bewerten.»

Mit dem «Projekt Zukunft» will der DFB nach sportlichen Enttäuschungen mit dem WM-Desaster 2018 als Tiefpunkt die Nachwuchs-Ausbildung weitreichend reformieren. Derzeit wird das Konzept zwischen Landesverbänden, Nachwuchsleistungszentren und dem DFB erörtert.

«Wir müssen noch mehr Augenmerk auf die individuelle Ausbildung und Entwicklung der Spieler legen und mehr den einzelnen Spieler fördern, als die Ausbildung als Mannschaft in den Vordergrund zu stellen. In diesem Zusammenhang gilt es auch, den Übergangsbereich vom Jugend- in den Männerfußball nochmals intensiv ins Visier zu nehmen», sagte Sauer. «Natürlich ist es wichtig, sich den Bereich bis zur U19 anzusehen und Veränderungen zu diskutieren. Ebenso wichtig ist es aber den Übergangsbereich besser zu gestalten. Sind die Regionalligen und die 3. Liga – wie ursprünglich geplant – wirklich Ausbildungsligen für unsere Talente?» Es müsse noch mehr Anreize geben, junge Spieler in diesen Ligen einzusetzen.

Die angedachte Abschaffung der U17- und U19-Bundesligen, die durch einen geschlossenen Wettbewerb ohne Auf- und Abstieg ersetzt werden sollen, bewertet Sauer positiv. «Durch eine NLZ-Spielrunde können alle 56 Leistungszentren einen Wettbewerb auf höchstem Niveau austragen», sagte Sauer. «Der Wettbewerb wird abwechslungsreicher und wir würden uns viel öfter auf einem höheren Niveau vergleichen als bisher.» Zudem könne man Reisen und Schulbefreiungen minimieren.

Es gibt aber auch kritische Stimmen zur angedachten Umstrukturierung des Wettkampfbetriebes.

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