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Bayerns Schulden steigen in Corona-Krise um 30 Prozent

Wiesbaden/München (dpa/lby) – Die Corona-Krise hat den Schuldenstand des Freistaates Bayern deutlich nach oben getrieben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Dienstag stieg die Zahl der bei nicht-öffentlichen Einrichtungen wie etwa Banken aufgenommenen Verbindlichkeiten auf 16,886 Milliarden Euro. Die Verschuldung liege damit um mehr als 30 Prozent höher als noch zum Ende des Jahres 2019.

Bayern liegt damit im Ländervergleich jedoch günstig – und weit hinter dem Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen, der mit mehr als 187 Milliarden Euro in der Kreide steht.

Insgesamt stehen Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung in Deutschland bei Banken und Privatunternehmen mit 2108,9 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahres 2020 in der Schuld. Dies sei der höchste ermittelte Stand in der Statistik seit Umstellung der Berechnungsmethode im Jahr 2010. Der Schuldenberg wuchs demnach im Vergleich zum Jahresende 2019 insgesamt in Deutschland um rund 11 Prozent oder 210,1 Milliarden Euro.

Der Anstieg sei «im Wesentlichen dadurch begründet, dass die öffentlichen Haushalte finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise aufnahmen», erklärte das Bundesamt. Er betraf demnach bis auf die Sozialversicherung alle Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts.

Mit 13,7 Prozent auf 1351,5 Milliarden Euro stieg die Verschuldung des Bundes am meisten. Unter den Bundesländern war dies prozentual in Sachsen (plus 89,6 Prozent), Bayern (plus 30,6 Prozent) und Bremen (plus 20,4 Prozent) der Fall.