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Bayerns Wirtschaft robust: Sorgen wegen US-Protektionismus

München (dpa/lby) – In der bayerischen Wirtschaft wächst trotz guter konjunktureller Lage die Verunsicherung. Vor allem der protektionistische Kurs der USA unter US-Präsident Donald Trump bereitet den Unternehmen große Sorgen, wie der Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Alfred Gaffal, am Mittwoch in München erklärte. «Die USA sind derzeit kein verlässlicher Partner mehr», sagte Gaffal. Protektionismus führe in die Irre und schade letztendlich allen. Alleine bayerische Unternehmen sorgten in den USA für rund 530 000 Arbeitsplätze, hob der vbw-Präsident hervor.

Seit dem 1. Juni gelten Strafzölle auf Stahl- und Aluminium-Importe aus EU-Ländern in die USA. Außerdem erwägt die US-Administration Importzölle auf Autos. Neben diesen Entwicklungen verwies Gaffal auch auf andere Risiken wie die Folgen des anstehenden Brexit und die neue Regierung in Italien aus zwei euro-kritischen Parteien. «Das außenwirtschaftliche Umfeld ist von zahlreichen Unsicherheiten geprägt», sagte Gaffal.

Für die bayerische Wirtschaft bleibt der vbw-Präsident dennoch zuversichtlich. Zwar hätten Industrie- und Bauproduktion sowie Einzelhandelsumsätze und Exporte im ersten Quartal teils deutlich langsamer zugelegt als im Vorjahreszeitraum, ernsthafte Anzeichen für einen Abschwung sieht Gaffal aber nicht. «Die Inlandskonjunktur ist robust. Die gute Beschäftigungsentwicklung wird den Konsum weiterhin stützen», sagte der vbw-Präsident. Weil die Kapazitäten der Firmen stark ausgelastet sind, dürften auch die Investitionen anziehen. Für das Gesamtjahr rechnet Gaffal mit einem 2,5 Prozent Wirtschaftswachstum im Freistaat.