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Bischof sieht Mitschuld an Vertuschung von Missbrauchsfällen

Eichstätt (dpa) – Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hält sich eigenen Worten zufolge für mitschuldig an der Vertuschung von Missbrauchstaten in der katholischen Kirche. Der Umgang mit den Missbrauchsfällen sei sicher ein Beleg dafür, «dass die Institution Kirche an der eigenen Selbstfixierung leidet», schrieb Hanke in einem Gastkommentar für die «Herder Korrespondenz». Es habe ein Bewusstsein gefehlt, wie verheerend ein falscher Umgang mit den Tätern sein könne. «Ich spreche hier kein Schuldurteil über andere, ich schließe mich selber ein», betonte Hanke.

«Die Vertuschung hat ihre Ursache in diesem geschlossenen Kreis, in dem die Selbstkritik keinen Platz hat.» Es habe daher nach den Missbrauchstaten zu oft ein Inner-Circle-Denken geherrscht. «Nach dem Motto: Junge, Du hast gesündigt, aber es wird schon wieder», sagte Hanke und ergänzte: «Da kam das Opfer nicht vor.»

Sexueller Missbrauch durch Geistliche wurde in der Vergangenheit in vielerlei Hinsicht und in vielen Ländern kleingeredet oder vertuscht – auch in Deutschland. In einer von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen und im September 2018 veröffentlichten Studie waren etliche Missbrauchsfälle dokumentiert worden.