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Blume: Hackerangriff auf Kampagne für CSU-Mitgliedschaften

Berlin/München (dpa) – Auf die CSU-Kampagne für bundesweite Online-Mitgliedschaften hat es einen Hackerangriff gegeben. Es seien Tausende von Fake-Anmeldungen generiert worden, teilte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Dienstag mit. Die IT-Abteilung der Partei sei aber schnell in der Lage gewesen, diese Anmeldungen zu identifizieren. Blume berichtete zudem von einer Eintrittswelle, wie er sie in den vergangenen 10 Jahren nicht gesehen habe: Die Partei habe weit über 3000 neue Mitglieder innerhalb von einer Woche verzeichnet. Das sei «ein wirklich sehr starkes Zeichen» und zeige auch, welche Bindekraft die CSU deutschlandweit für die Union habe.

Ein Parteisprecher betonte, die Meldungen über die Eintrittswelle bei der CSU hätten am Wochenende Hacker auf den Plan gerufen, die Tausende weitere Fake-Anträge generiert hätten. Diese Fake-Anmeldungen, zu denen sich Hacker des Kollektivs «Anonymous» bekannt hätten, seien wieder aussortiert worden. «Unterm Strich bleibt: Wir freuen uns über mehr als 3000 echte neue Online-Mitglieder innerhalb einer Woche», erklärte der Sprecher.

Die CSU hatte schon kurz nach dem Verzicht von Parteichef Markus Söder und der Ausrufung von CDU-Chef Armin Laschet zum Kanzlerkandidaten einen sprunghaften Anstieg von Anfragen nach Online-Mitgliedschaften verzeichnet. Die Partei bietet seit September 2020 Online-Mitgliedschaften an, für die man keinem Ortsverband angehören muss. CSU-Online-Mitglieder haben damit zwar kein innerparteiliches Stimmrecht, können sich aber digital in die Parteiarbeit einbringen.

Blume attackierte vor allem die Grünen. Deren Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sei «auch eine Enthaltungskünstlerin», kritisierte er erneut mit Blick auf deren Stimmverhalten im Bundestag. Schon vor einigen Tagen hatte er Baerbock in einem Tweet vorgehalten, sich etwa beim Bevölkerungsschutzgesetz, dem BND-Gesetz sowie bei Abstimmungen über mehrere Bundeswehreinsätze im Ausland enthalten zu haben. Jemand, der mit dem Versprechen antrete, mit viel Haltung Kanzlerin werden zu wollen und bei entscheidenden Weichenstellungen vor allem mit Enthaltung glänze, müsse einige Fragen beantworten, sagte Blume.

Die Grünen seien zwar auf den Titelseiten und tingelten durch die Talkshows – «aber wirklich programmatisch war da nicht viel dabei», sagte Blume. Bei Feldern, die mutmaßlich Felder der Grünen seien, wie dem Klimaschutz, werde die Union zeigen, dass man es besser könne. Und in den Kompetenzfeldern von CDU/CSU wie der Wirtschafts- und der Steuerpolitik würden die Menschen sehen, dass es am Ende um eine Richtungswahl gehe, wo unterschiedliche Vorstellungen deutlich auf dem Tisch lägen.

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