© Stefan Puchner

Brecht kehrt als Plastikfigur in seine Geburtsstadt zurück

Augsburg (dpa/lby) – Bertolt Brecht ist in den kommenden Wochen in seiner Geburtsstadt Augsburg hundertfach als 90 Zentimeter große Skulptur zu bestaunen. Der Konzeptkünstler Ottmar Hörl hat die Plastiken für eine Freiluft-Ausstellung im Park des Kurhauses im Augsburger Stadtteil Göggingen geschaffen. Hörl ist für solche Installationen bekannt. So hatte er kürzlich 700 Statuen von Ludwig van Beethoven in dessen Geburtsstadt Bonn aufgestellt, im vergangenen Jahr ehrte die Stadt Ulm ihren Sohn Albert Einstein mit einer ähnlichen Open-Air-Ausstellung.

Die 100 Brecht-Kunststofffiguren sollen bis 29. September in dem Park zu sehen sein. Der spätere Theatermann lebte bis zu seiner Jugend in Augsburg, hatte aber als Erwachsener ein eher problematisches Verhältnis zu seiner Geburtsstadt. Angeblich soll Brecht gespottet haben, dass das Beste an Augsburg der Schnellzug nach München sei. Die Bayerische Staatsbibliothek weist aber darauf hin, dass es nicht gesichert sei, dass der Lästerspruch tatsächlich von Brecht stammt.

Auch die Augsburger wollten lange nicht viel von dem Dramatiker wissen, der in Berlin weltberühmt wurde. Doch diese Zeiten haben sich geändert: Heute ehrt Augsburg Brecht (1898-1956) alljährlich mit einem Kulturfestival und einem Literaturpreis.