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Buhs und Bravos nach Castorf-Debüt in Münchner Oper

München (dpa) – Frank Castorfs mit Spannung erwartetes Regiedebüt an der Bayerischen Staatsoper in München ist am Pfingstmontag mit außerordentlich gemischten Publikumsreaktionen bedacht worden. Als der Berliner Regisseur, langjähriger Leiter der Volksbühne, nach der nur hundertminütigen, pausenlosen Aufführung von Leoš Janáčeks Oper «Aus einem Totenhaus» die Bühne betrat, entwickelte sich ein kurzes, aber heftiges Buh-Bravo-Duell. Danach verließen die Zuschauer fast fluchtartig das Nationaltheater.

Ungeteilte Zustimmung wurde dem fast ausschließlich aus männlichen Stimmen bestehenden Ensemble zuteil sowie der australischen Dirigentin Simone Young am Pult des Bayerischen Staatsorchesters und des Staatsopernchores.

Die letzte Oper des tschechischen Komponisten Janáček (1854-1928) ist ein düsteres Werk. Es schildert den Alltag und die Seelenzustände von Gefangenen eines zaristischen Arbeitslagers. Grundlage sind die Aufzeichnungen des russischen Schriftstellers Fjodor Dostojewski über seinen eigenen, vierjährigen Aufenthalt als Gefangener in Sibirien.