Menschen tanzen in einem Club zu elektronischer Musik., © Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Bundeskulturpreis «Applaus» für Livemusik und Clubs

Deutschlandweit mehr als 100 Musikclubs und Veranstaltungsreihen sind in diesem Jahr mit dem Bundeskulturpreis «Applaus» ausgezeichnet worden. Dafür wurden am Mittwochabend in Erfurt Preisgelder in Höhe von 2,5 Millionen Euro vergeben, wie die Initiative Musik als zentrale Fördereinrichtung der Bundesregierung und der Musikbranche mitteilte. Die Hauptpreise gingen in diesem Jahr nach München, Leipzig und Frankfurt/Main.

Als «Bestes Livemusikprogramm» wurde mit 50.000 Euro der Nachtclub «Rote Sonne» in München ausgezeichnet. Der Club mit bis zu 350 Plätzen biete von jungen DJs und Produzenten bis zu etablierten Acts ein Programm, das tief in der Subkultur verankert sei, hieß es zur Begründung. In dieser Kategorie wurden insgesamt 22 Auszeichnungen mit jeweils 50.000 Euro vergeben.

Der Hauptpreis für die «Beste Livemusikspielstätte» ging in diesem Jahr an das UT Connewitz. Das älteste noch erhaltene Lichtspieltheater Leipzigs, das zu Konzerten bis zu 450 Leute fasse, wirke wie eine Trutzburg gegen eine rein kommerzialisierte Nutzung von Veranstaltungsimmobilien, hieß es. In dieser Sparte wurden noch 27 weitere Clubs mit jeweils 30.000 Euro geehrt.

Der Verein Jazz Montez in Frankfurt/Main erhielt den Hauptpreis für die «Beste Konzertreihe». Das Team veranstaltet den Angaben nach Konzerte für im Schnitt 100 Gäste an ungewöhnlichen Orten, die sich durch einen generationsübergreifenden und inklusiven Ansatz auszeichnen. In dieser Kategorie wurden in Erfurt insgesamt 49 Auszeichnungen mit jeweils 10.000 Euro vergeben.

Sonderpreise gingen in diesem Jahr außerdem an den Leipziger Club Institut fuer Zukunft, die Dresdner Spielstätte objekt klein a sowie an die saarländische Spielstätte Bahnhof Püttlingen und den niedersächsischen Kulturverein Platenlaase.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) würdigte laut Mitteilung die Musikclubs in Deutschland als wichtige Kulturorte, die für gelebte, für getanzte Freiheit stünden. Immer mehr Clubs würden außerdem zu «Safer Spaces» (geschützten Räumen) für marginalisierte und diskriminierte Gruppen. «Diese Entwicklung wollen und brauchen wir», so die Ministerin.

Der jährlich verliehene Musikpreis des Bundes für unabhängige Musikclubs und Veranstaltungsreihen wurde bereits zum neunten Mal vergeben.