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Corona-Krise: Kardinal Marx warnt vor Verschwörungstheorien

München (dpa) – Münchens Kardinal Reinhard Marx hat vor extremistischen Tendenzen bei den Corona-Demonstrationen gewarnt. «Unsere Antworten als Kirche sind nicht Verschwörungstheorien, politischer Fundamentalismus, Schwarz-Weiß-Denken, Schuldzuweisung. Unsere Antwort ist Gebet und Solidarität», sagte der Erzbischof von München und Freising in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft.

Zuletzt hatte es am Samstag in Berlin große Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland gegeben. Dabei hatten etwa 300 bis 400 Demonstranten Absperrgitter am Reichstagsgebäude überrannt und sich lautstark vor dem Parlament aufgebaut. Vor dem Sitz des Bundestags wurden auch schwarz-weiß-rote Reichsflaggen geschwenkt. Diese Flaggen werden in der rechtsextremistischen Szene verwendet.

Marx rief dazu auf, an diesem Sonntag für die Leidtragenden der Pandemie in anderen Teilen der Welt zu spenden. Die katholische Weltkirche hat für diesen Tag zu einer Sonderkollekte in den Gottesdiensten aufgerufen. Die Corona-Krise betreffe nicht nur Deutschland und Europa, betonte der Kardinal. «Sie betrifft besonders auch die armen Länder, die noch intensiver darunter leiden.»