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Deutsch-Deutsches Museum wird erweitert

Mödlareuth (dpa) – Das Deutsch-Deutsche Museum im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth soll erweitert und modernisiert werden. Die ersten Konzepte seien erarbeitet und die Ausschreibungen hätten begonnen, berichtete eine Sprecherin des Landkreises Hof.

Das Museum über die deutsche Teilung biete viel zu wenig Platz und sei in die Jahre gekommen, meinte die Sprecherin. Die Ausstellungsräume seien Anfang der 90er Jahre für 30.000 Besucher jährlich ausgelegt worden. Inzwischen kämen normalerweise bis zu 80.000 Interessierte nach Mödlareuth, zum 30. Jubiläum der Grenzöffnung 2019 sogar 92.000. Die Grenze verlief direkt durch das kleine Dorf – zwischen Bayern und Thüringen, zwischen BRD und DDR.

Bis zum nächsten größeren Jubiläum 2024 soll ein Neubau für die Dauerausstellung entstehen. Aber auch inhaltlich werde das Konzept überarbeitet, kündigte der Landkreis an. Das digitale Archiv werde um Interviews mit Zeitzeugen erweitert, die Dauerausstellung um Online-Formate ergänzt und die Präsenz in sozialen Netzwerken erhöht. Die Website soll überarbeitet und in mehrere Sprachen übersetzt werden. Geplant seien auch mehr Seminarräume, Sanitäranlagen und die eine Neugestaltung der Außenanlagen.

Rund 14,2 Millionen Euro soll der Ausbau und die Modernisierung kosten, teilte das Landratsamt mit. Der Bund und der Freistaat Bayern tragen mit je 5,6 Millionen Euro den größten Anteil, den Rest übernehmen der Freistaat Thüringen und der Zweckverband Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth.

Mödlareuth mit etwa 50 Einwohnern ist als «Little Berlin» in die Geschichte eingegangen. Die Grenze verlief direkt durch das kleine Dorf – zwischen Bayern und Thüringen, zwischen BRD und DDR.

Auf 100 Metern ist die mehr als drei Meter hohe Mauer samt Stacheldraht und Selbstschussanlagen als Teil des Deutsch-Deutschen Museums im Ort stehengeblieben. Zum Museum gehören außerdem mehrere Ausstellungsräume, zwei Film- und Vortragsräume, eine Infothek und eine Halle mit historischen Fahrzeugen.

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