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Doku-Zentrum bekommt bessere Technik und mehr Platz

Nürnberg (dpa/lby) – Bessere Technik, mehr Platz für Ausstellungen sowie neue Seminar- und Veranstaltungssäle: Das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wird für 15,3 Millionen Euro ausgebaut. Die Kosten teilen sich die Stadt, das Land Bayern sowie der Bund, der allein sieben Millionen Euro aus Mitteln des Programms «Nationale Projekte des Städtebaus» zur Verfügung stellt.

Nötig wurde der Ausbau der 2001 eröffneten Gedenkstätte aufgrund deutlich gestiegener Besucherzahlen in den vergangenen Jahren, wie Kulturreferentin Julia Lehner und Baureferent Daniel Ulrich am Donnerstag sagten. Das auf maximal 100 000 Eintritte im Jahr ausgelegte Dokumentationszentrum sei allein 2017 von 275 000 Menschen besucht worden und habe damit seine Kapazitätsgrenze deutlich überschritten.

Das Konzept lässt den ursprünglichen Entwurf des Architekten Günther Domenig weitgehend unberührt und sieht weder Neu- noch Anbauten vor. Die deutlichste Veränderung betrifft den Eingang, der momentan nur über eine Treppe zu erreichen ist. Geplant ist nun eine Verlagerung auf Erdgeschossniveau, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich im Herbst 2019 und sollen 2021 abgeschlossen sein.

Auf dem früheren NS-Reichsparteitagsgelände inszenierte sich Diktator Adolf Hitler regelmäßig selbst. Das dazugehörige Zeppelinfeld diente als riesiges Aufmarschgelände bei Paraden. Das Dokumentationszentrum ist in der unvollendet gebliebenen Kongresshalle untergebracht. Der gigantische Bau in Hufeisenform war für Tagungen der NSDAP vorgesehen. Die Kongresshalle ist der größte erhaltene Bau der NS-Herrschaftsarchitektur in Deutschland.