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Eicheln und Kastanien zuhauf: Gut für Mäuse und Baumschulen

München (dpa/lby) – Eichen, Kastanien und Fichten tragen in diesem Herbst üppig Früchte. Die Ernte fing in vielen Teilen Bayerns um einige Wochen früher an als üblicherweise, sagte Michael Luckas, Geschäftsführer beim Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf (Landkreis Berchtesgadener Land). Die Baumschulen können sich deshalb über reichlich Saatgut freuen.

Gerade Eichen hätten nicht so sehr unter der langanhaltenden Trockenheit in diesem Jahr gelitten. Denn anders als bei den Fichten als Flachwurzlern reichen bei den Eichen die Wurzeln tief in den Boden hinein. Vor allem die Bäume, die an den Waldrändern stehen, hätten «gewaltig viele Eicheln drauf», berichtete Luckas. Auch die Fichtenblüte sei heuer stark ausgefallen, weswegen die Ernte an Zapfen reich ausfallen dürfte.

Von einem nur alle paar Jahre wiederkehrenden sogenannten Mastjahr, in dem die Eichelernte extrem groß ausfällt, will der ASP-Geschäftsführer nicht sprechen – im Gegensatz zum Sprecher der Bayerischen Staatsforsten in Regensburg. Der sieht zumindest in Teilen des Freistaates eine entsprechend außergewöhnliche Ernte. Etwa im Spessart gebe es übermäßig viele Eicheln.

Eine reiche Ernte bedeute jedoch nicht nur eine große Menge an Saatgut für Baumschulen, sondern: «Darüber freuen sich auch die Wildschweine, die sich nach Baummastjahren erfahrungsgemäß wieder munter vermehren werden», sagte ein Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes in München. Von einem guten Erntejahr profitierten auch Vögel, Mäuse und Eichhörnchen, ergänzt Luckas vom ASP. «Der Tisch ist reich gedeckt.» Über viele Eicheln und Kastanien zum Basteln und Sammeln dürften sich aber auch die Kinder freuen.