Erst Freispruch, dann Geständnis: Bayreuther Reichsbürger lenkt vor Gericht ein

Ein als Reichsbürger bekannter Bayreuther hat in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht gestanden, dass er vor zwei Jahren einen Brandanschlag auf den Sender am Oschenberg bei Bayreuth verübt hat. In erster Instanz war der Mann vom Schöffengericht freigesprochen worden, um so mehr überraschte laut Nordbayerischer Kurier die Prozessbeteiligten jetzt das Geständnis in der Berufungsverhandlung. Der Reichsbürger wurde letztendlich zu einenhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Hintergrund: Der Mann sitzt aktuell im Gefängnis, gegen ihn wird in anderen Fällen ermittelt. Die Aussicht, dass der Staatsanwalt seine Strafforderung deutlich nach unten korrigiert, hat ihn nach den Worten seines Verteidigers wohl zum Geständnis bewegt, zumal es viele Indizien gegen ihn gab.

Das Motiv für den Brandanschlag ist wirr: Der Angeklagte sprach von Ärger über die Mikrowellenstrahlung aus dem Funkturm, Zeugen berichteten, der Anschlag habe indirekt dem Europameisterschaftsviertelfinale Frankreich gegen Deutschland vor zwei Jahren gegolten – er habe den Anschlag gegen die, Zitat: ‚Volksverblödung Fußball‘ gerichtet.