Erzbischof Schick: Benedikt hatte nie einen «Unschuldswahn» 

Der gestorbene emeritierte Papst Benedikt XVI. hat nach Auffassung des zurückgetretenen Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick viel für die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche getan. «Dass ihm dabei Fehler unterlaufen sind, dass er sich geirrt und auch falsch gehandelt hat, hat er mehrfach bekannt. Einen Unschuldswahn hatte Papst Benedikt XVI. nie! Die Zukunft wird seine ganze Größe erweisen», sagte Schick in einem Interview, das am Sonntag auf der Internet-Seite des Erzbistums Bamberg veröffentlicht wurde.

Vor rund einem Jahr war im Erzbistum München-Freising ein Gutachten zu sexuellem Missbrauch in der Kirche veröffentlicht worden. Darin wurde auch dem früheren Erzbischof Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., vorgeworfen, sich im Umgang mit mehreren Fällen falsch verhalten zu haben.

Schick war im November als Erzbischof von Bamberg zurückgetreten. Am 16. November hatte er nach eigenen Worten den emeritierten Papst noch einmal besucht.