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Evangelische Kirche erwartet Rückgang bei Kirchensteuer

Würzburg (dpa) – Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) erwartet in den kommenden Jahren einen spürbaren Rückgang bei der Kirchensteuer. Dass die Kirche seit dem Jahr 2000 trotz des Verlustes von einem Fünftel ihrer Mitglieder die Kirchensteuereinnahmen um 33 Prozent habe steigern können, sei vor allem der sehr guten wirtschaftlichen Lage zu verdanken gewesen, sagte EKD-Ratsmitglied Andreas Barner am Montag in Würzburg. Alleine mit Eintritt der geburtenstarken und oft gut verdienenden Baby-Boomer-Jahrgänge ins Rentenalter verliere die Kirche Steuereinnahmen. Weitere Einbrüche seien wegen der weiter sinkenden Mitgliederzahl zu erwarten.

Im vergangenen Jahr flossen den evangelischen Kirchen 5,6 Milliarden Euro aus der Kirchensteuer zu. Sie ist die größte Einnahmequelle der EKD und ihrer 20 Landeskirchen, die für ihre vielfältigen Aufgaben jährlich knapp 12,3 Milliarden Euro ausgeben.

Wegen der absehbar knapper werdenden Finanzen werde die Kirche sich bereits jetzt über ihre künftigen Prioritäten Gedanken machen, sagte Barner auf der Jahrestagung des EKD-Kirchenparlaments. In Auftrag gegeben wurde eine Prognoserechnung bis zum Jahr 2060. Bereits ein Sinken der realen Steuereinnahmen entsprechend dem absehbaren Rückgang der Mitgliederzahlen werde bis 2030 zu 16 Prozent weniger Steuereinnahmen führen, und dies sei ein mildes Szenario, so Barner.