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Ex-Kerber-Trainer über Corona-Fall bei US Open: «Warnschuss»

New York (dpa) – Der ehemalige Trainer von Deutschlands bester Tennisspielerin Angelique Kerber hält die US Open unter Corona-Bedingungen für eine gewaltige Herausforderung. «Mental ist es auf jeden Fall eine extreme Situation», sagte Dieter Kindlmann in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag). Der 38-Jährige betreut bei dem Grand-Slam-Turnier in New York nach der Trennung von Kerber im Juli nun die Weißrussin Aryna Sabalenka.

Nach einem negativen Corona-Test bei der Ankunft habe er seine Akkreditierung erhalten, mit der er sich in der sogenannten Blase «frei bewegen» könne, sagte Kindlmann. Das Hotel sei abgeriegelt, man werde alle vier Tage getestet. «Die Regeln sind streng, man merkt, wie viel Mühe sich die USTA (amerikanischer Tennis-Verband) gibt. Wir bewegen uns ja nur zwischen Hotel und Anlage», sagte der Allgäuer. Profis und Betreuer seien «von der Außenwelt komplett abgeschlossen».

Die Information, dass der Franzose Benoît Paire als erster Profi in der Blase positiv auf Covid-19 getestet wurde, habe alle «schnell erreicht», erzählte Kindlmann. «Natürlich mache ich mir auch Sorgen. Der Fall ist ein Warnschuss für uns alle, dass man sich nie zu hundert Prozent sicher sein kann.» Das Schlimmste, was passieren könnte, sei, «wenn man selbst positiv getestet wird und die Spielerin rausziehen müsste», sagte Kindlmann, der drei Jahre als Hitting Partner für Maria Scharapowa und auch schon als Coach für Anastasia Pawljutschenkowa, Madison Keys oder Elise Mertens gearbeitet hat.