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Fassbauer suchen dringend Nachwuchs

Eußenheim (dpa/lby) – Immer weniger Menschen in Bayern können aus Eichenholz fachmännisch ein Fass herstellen. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zählt derzeit noch 61 Böttcherbetriebe bundesweit. 2012 waren es noch 90, ein Zehntel davon baute Weinfässer. Dabei ist der Beruf keineswegs vom Aussterben bedroht, denn Eichenholzfässer sind begehrt.

«Wir haben akuten Nachwuchsmangel», sagte der bayerische Innungsobermeister Wilhelm Schmid der Deutschen Presse-Agentur. Die Innung zählt noch zwölf Mitglieder, einige von ihnen stellen Bierfässer her, die meisten aber kleinere Fässer, Humpen, Bierkrüge, Badewannen oder Saunabottiche. Weinfässer im großen Stil produziert nur noch ein Unterfranke, ein Büttner aus Eußenheim (Landkreis Main-Spessart). Bei ihm sind auch drei der deutschlandweit acht Auszubildenden beschäftigt.

Obwohl 90 Prozent der Weißweine im Edelstahltank vergoren werden, setzen die Winzer auch auf Weinfässer aus der Region. Denn die bringen dem Wein zusätzliche Aromen und veredeln ihn damit. Der Jahrgang 2018 lagert schon in Weinkellern. Am Dienstag (2. Oktober) stellen die fränkischen Winzer ihre Erntebilanz vor. Zuletzt gingen sie von einem sehr guten Jahrgang aus.