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Ingolstadt-Ära von Manager Gärtner vorbei: «Fehler gemacht»

Ingolstadt (dpa) – Die Ära von Geschäftsführer Harald Gärtner bei Zweitliga-Schlusslicht FC Ingolstadt ist zu Ende. Die Oberbayern und ihr Manager beendeten nach zwölf Jahren mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit – zu einem überraschenden Zeitpunkt. Acht Spiele bleiben dem Team unter Trainer Jens Keller in der 2. Fußball-Bundesliga noch, um den Absturz in die Drittklassigkeit zu verhindern.

Gärtner hatte im Oktober vergangenen Jahres nach der Trennung von Angelo Vier neben seinem Geschäftsführerposten auch die Position des Sportdirektors übernommen. «Sicher hätte ich mir einen anderen Abschied nach einer intensiven und aus meiner Sicht auch erfolgreichen Tätigkeit seit März 2007 in Ingolstadt gewünscht. Das Wichtigste ist jedoch jetzt, dass wir den Klassenerhalt schaffen», sagte Gärtner am Mittwoch zum Abschied.

Gärtner kam im März 2007 zu den Oberbayern, die damals in der Regionalliga spielten. Er feierte drei Aufstiege, 2008 und 2010 jeweils in die 2. Liga und 2015 in die Bundesliga. In der laufenden Saison gab es zahlreiche Enttäuschungen für den FCI. Wie an den erfolgreichen Zeiten hatte Gärtner auch an den Misserfolgen Anteil.

«Sicher habe ich auch Fehler gemacht, dass wir nach dem Bundesliga-Abstieg nicht die Erwartungen erfüllen konnten und derzeit in kräftigen Turbulenzen stecken. Ich weiß heute sehr genau, was vorübergehend an dem einen oder anderen Punkt schief gelaufen ist, aber im Nachhinein darüber zu sprechen ist nicht zielführend und darum soll es auch nicht mehr gehen», sagte Gärtner in einem Interview auf der Internetseite des Vereins.

Der Entscheidung waren nach Club-Angaben «mehrere Gespräche mit dem FCI-Aufsichtsrat über die Ausrichtung des Vereins für die Zukunft» vorausgegangen. Bei diesen habe es unterschiedliche Auffassungen gegeben. «Der heutige Tag ist eine Zäsur – aber es wird weitergehen und wir müssen nun mit dem bestehenden Personal noch enger zusammenrücken, um die 2. Bundesliga zu halten», sagte Vorstandschef Peter Jackwerth.

Für den Tabellenletzten Ingolstadt geht es am Sonntag zu Hause gegen den SV Sandhausen wieder um Punkte im Kampf gegen den Abstieg. «Es wird bis zum 34. Spieltag am 19. Mai oder sogar darüber hinaus spannend werden. Aber ich bin optimistisch, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Denn ich bin vom Charakter und der Mentalität all unserer Spieler überzeugt», erklärte Gärtner. Vorerst werden seine Aufgaben von Geschäftsführer Franz Spitzauer (Finanzen und Marketing) und Prokurist Florian Günzler in Absprache mit Cheftrainer Keller für den sportlichen Bereich übernommen.