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Festspiele starten bei Hitze mit neuem «Tannhäuser»

Bayreuth (dpa) – Es ist wieder Festspiel-Zeit auf dem Grünen Hügel: In Bayreuth beginnen am Donnerstag (16.00) die Richard-Wagner-Festspiele. Zahlreiche Prominente werden bei sommerlicher Hitze auf dem roten Teppich erwartet – allen voran Bundeskanzlerin und Wagner-Fan Angela Merkel. Außerdem stehen unter anderem Gesundheitsminister Jens Spahn, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (alle CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), Franz Herzog von Bayern, Gloria Fürstin von Thurn und Taxis sowie die Schauspieler Michaela May und Udo Wachtveitl auf der Gästeliste.

Auch in diesem Jahr werden die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Festspielhaus verschärft. Es gibt einen Zaun, Taschenkontrollen und viel Polizei. Eine Sache dürfte den Gästen aber weit mehr zu schaffen machen: die Hitze. Bei erwarteten tropischen Temperaturen dürfte es heiß werden im nicht-klimatisierten Festspielhaus.

Auf dem Programm des Eröffnungstages steht in diesem Jahr ein neuer «Tannhäuser». Regisseur Tobias Kratzer inszeniert Wagners frühe Oper neu und bringt eine durchaus unterhaltsame, «teilweise witzige» Version auf die Bühne, wie Festspielleiterin Katharina Wagner am Vortag verriet. Am Pult steht der russische Star-Dirigent Waleri Gergijew. Die Titelrolle singt Stephen Gould.

Regisseur Kratzer wird – das ist ein Novum in der Festspiel-Geschichte – mit seinem «Tannhäuser» aus dem Festspielhaus hinausgehen. In der ersten Pause singt eine schrille schwarze Dragqueen am Teich im Park. Seine Inszenierung beschäftigt sich vor allem mit dem Spannungsfeld zwischen kanonisierter, etablierter Hochkultur und der Avantgarde, wie der Regisseur vor der Generalprobe sagte. Viel mehr wollte er nicht verraten. Er wolle seiner Inszenierung «keinen Beipackzettel» hinzufügen.

Dafür wurde am Vortag der Eröffnung das gut gehütete Geheimnis gelüftet, wer im kommenden Jahr den neuen «Ring des Nibelungen» inszeniert. Festspiel-Chefin Wagner verkündete eine ziemliche Überraschung: Der 29 Jahre alte österreichische Regisseur Valentin Schwarz und der zehn Jahre ältere finnische Dirigent Pietari Inkinen sollen Wagners vierteiliges Opus magnum 2020 auf die Bühne bringen.