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Orchester-Flashmob für Tarifvertrag: Kissinger OB verärgert

Bad Kissingen (dpa) – Im Tarifstreit zwischen der Stadt Bad Kissingen und dem örtlichen Kurorchester haben Musiker aus ganz Bayern und angrenzenden Regionen aus Protest auf der Straße musiziert. Bei einem Flashmob-Konzert im Zentrum der Kurstadt spielten rund 50 Musiker für die Forderungen des Kurorchesters auf.

Bei dem Flashmob-Konzert wurden von acht Orchestern aus Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen zwei Stücke gespielt, darunter der berühmte Radetzky-Marsch. «Unsere Ziel ist es, faire Arbeitsbedingungen für die Staatsbad Philharmonie Kissingen zu schaffen», sagte der Vize-Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), Jan-Christian Hübsch. «Nur da, wo es einen Tarifvertrag gibt, kann es faire Arbeitsverhältnisse geben.» Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) kritisierte am Wochenende seinerseits die Orchestervereinigung und warf dieser vor, eine Kampagne gegen die Stadt zu inszenieren.

Schon seit längerem streiten die Musiker mit der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH um bessere Arbeitsbedingungen und um einen Tarifvertrag. Gesellschafter der Staatsbad-GmbH sind die Stadt und der Freistaat Bayern.

«Die nicht enden wollenden Angriffe gegen uns verlangen eine grundsätzliche und öffentliche Antwort» schrieb OB Vogel in einem Offenen Brief. Die Kommune habe die Gehälter des Orchesters um insgesamt über zehn Prozent erhöht, ein normaler Orchestermusiker bekomme 7,25 Prozent mehr. «Es geht am Ende nicht um unser Orchester, sondern nur darum, dass sie die Medienaufmerksamkeit auf sich ziehen in einer schrumpfenden Branche», warf das Stadtoberhaupt der DOV vor.

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