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Forschung: Mit Fischereiabfällen gegen Viren und Bakterien

Hof (dpa/lby) – Aus Fischereiabfällen will die Hochschule Hof einen speziellen Lack herstellen, der die Verbreitung von Viren und Bakterien hemmt. Die Beschichtung könnte in Krankenhäusern, Arztpraxen oder öffentlichen Verkehrsmitteln eingesetzt werden, teilte die Hochschule am Dienstag mit.

Schon jetzt gebe es antibakterielle Lacke, die aber wegen ihrer Wirkung auf Menschen in der Kritik stünden. «Wir wollen diese Stoffe durch hautfreundliche Naturrohstoffe ersetzen», erklärte Forscherin Jessica Wittmann. Die Lösung soll Chitosan sein. Der Stoff komme in Schalen von Krustentieren vor und werde schon bei Produkten für die Zahnreinigung oder zum Pflanzenschutz eingesetzt.

Noch sei es aber ziemlich aufwendig und teuer, aus den Abfällen das weiße Pulver zu gewinnen. Außerdem sei kaum erforscht, wie der Stoff am besten in den Lack eingebracht werden kann. «Unklar ist auch, welche Dosierung ausreichen wird, um letztlich die bestmögliche antibakterielle Wirkung zu erreichen», meinte Wittmann. Davon könnte am Ende abhängen, ob der Lack tatsächlich im Alltag eingesetzt wird. Das Projekt soll bis Mitte 2022 abgeschlossen sein.