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Frau soll wegen Tötung auf Verlangen in Haft

Passau (dpa/lby) – Sie hat eine Freundin mutmaßlich auf deren Wunsch hin in einem See ertränkt – dafür soll eine 24 Jahre alte Frau nach dem Willen der Staatsanwaltschaft Passau für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Vor dem Landgericht der niederbayerischen Stadt warf der Ankläger der Frau Tötung auf Verlangen vor. Ihr Verteidiger forderte am Dienstag eine zweijährige Bewährungsstrafe in Kombination mit einer Therapie. Die Eltern der Toten zweifeln die Suizidabsicht ihrer Tochter an.

Die 24-jährige Angeklagte hatte zum Auftakt des Prozesses ausgesagt, sie habe sich seit Monaten gemeinsam mit der Freundin umbringen wollen. Nach mehreren Versuchen suchten sich die zwei Österreicherinnen schließlich den Rannasee bei Wegscheid (Landkreis Passau) aus, in dem sie den Angaben nach mit dem Auto untergehen wollten. Der Wagen blieb jedoch im Schlamm stecken.

Daraufhin soll die Beifahrerin die jetzt Angeklagte gebeten haben, sie zu ertränken. Das tat die 24-Jährige ihrem Geständnis nach. Ihren anschließenden Suizidversuch überlebte sie. In ihrem letzten Wort entschuldigte sich die 24-Jährige bei den Eltern der Getöteten und bedauerte, dass sie sich damals keine professionelle Hilfe gesucht hatten.

Das Urteil soll am Mittwoch (13.00 Uhr) gesprochen werden. Eigentlich wären Plädoyers und Urteil für die kommende Woche anberaumt gewesen. Jedoch zog das Gericht aus Sorge vor einer eventuell Corona-bedingten Grenzschließung zu Österreich die Termine kurzfristig vor.