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Schule: Freistaat zahlt Kommunen die Hälfte für Luftreiniger

München (dpa/lby) – Bis zum Herbst soll es in allen bayerischen Klassenzimmern einen Luftreiniger geben. Das Kabinett beschloss am Dienstag in München, dass der Freistaat den Kommunen dafür 50 Prozent der Anschaffungskosten erstatten wird. Der Ausbau sei eine Gemeinschaftsausgabe, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München. Offen ist dem Vernehmen nach noch, inwiefern dann ab Herbst Lockerungen bei der Maskenpflicht im Klassenzimmer an vorhandene Lüfter im Raum gekoppelt werden.

Derzeit gebe es rund 14.000 Schulkassen, die bereits mit Filteranlagen ausgebaut seien, bei den Kitas seien es rund 1000. «Wir möchten, dass das ausgebaut wird», betonte Söder. Er rechnet damit, dass noch rund 60.000 Klassenzimmer und rund 52.000 Kita-Zimmer auszustatten sind. Wie hoch die Kosten dafür seien, könne man nicht genau schätzen, da die Bandbreite der Gerätepreise relativ groß sei.

Um bis zum Herbst einen Filter vorhalten zu können, seien mobile Lüfter wohl die bessere Wahl, da diese «gut organisierbar» seien, sagte Söder. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit werde nun prüfen, welche Geräte zulässig seien.

Zuständig für den Einbau raumlufttechnischer Anlagen oder die Beschaffung mobiler Luftreinigungsgeräte sind die sogenannten Schulaufwandsträger. Das ist bei öffentlichen Schulen die jeweilige Kommune und bei privaten Schulen der jeweilige Träger. Im Freistaat lernen rund 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler in etwa 75.000 Klassen an knapp 6200 Schulen.

Für technische Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften hatte die Staatsregierung bereits in der Vergangenheit 37 Millionen Euro für die Schulen zur Verfügung gestellt. Diese sind inzwischen nahezu vollständig aufgebraucht. In der ersten Runde von Oktober bis Dezember hatten rund 450 Schulaufwandsträger für etwa 4600 schlecht zu lüftende Räume eine Förderung für Luftreinigungsgeräte beantragt. In der zweiten Runde, in der unabhängig von der Lüftungssituation alle Räume berücksichtigt werden konnten, füllten zwischen Januar und April knapp 600 Träger für rund 9500 Räume die Anträge aus.

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