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Fünffacher versuchter Mord: Für einen jungen Kulmbacher gehts um die Einweisung in die Psychiatrie

Der 24-jährige Kulmbacher, der seit gestern wegen fünffachen versuchten Mordes vor Gericht steht, schweigt. Der junge Mann war nach dem Brand im Treppenhaus eines Mietshauses in der Fischergasse letzten August festgenommen worden und hatte laut Bayerische Rundschau bald gestanden, das Feuer in einem Kinderwagen gelegt zu haben. Angeblich ist ihm auch bewusst gewesen, dass Menschen umkommen könnten. Bei einer Vernehmung hatte er zu Protokoll gegeben, wütend auf die Besitzerin des Kinderwagens gewesen zu sein, die Ex-Freundin seines Bruders, der das gemeinsame Kind nicht sehen dürfe. Die Frau war weggezogen, weil sie Angst hatte, nachdem unter anderem im Kinderwagen Glasscherben und Bierflaschen deponiert worden waren.

Vor Gericht ging es gestern zum Prozessauftakt vor allem um das Feuer, dem fünf Bewohner wohl auch wegen des glücklichen Umstandes entkommen sind, weil eine Polizeistreife schon in der Oberen Stadt war, als der Alarm einging. So hat man die Bewohner schnell ins Freie bringen können.

Der Angeklagte wurde aus einem psychiatrischen Krankenhaus vorgeführt, er hat elf Vorstrafen, wurde gestern deutlich, unter anderem ebenfalls wegen Brandstiftung, und er war bekannt dafür, dass er viel Alkohol trinkt.

Ein psychiatrischer Gutachter soll einschätzen helfen, ob der Kulmbacher in eine Klinik eingewiesen werden soll. Leichte Intelligenzminderungen soll er haben und keinen Zugang zu seinen eigenen Gefühlen, so die Einschätzung von Ärzten gestern vor Gericht. Freitag in einer Woche wird der Prozess fortgesetzt.