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Gefängnisstrafe nach illegalem Autorennen mit Verletzten

Passau (dpa/lby) – Wegen eines illegalen Autorennens und einem Unfall mit mehreren Verletzten in Passau muss ein 30 Jahre alter Mann ins Gefängnis. Das Amtsgericht verurteilte ihn am Donnerstagabend zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Sein Kontrahent, ein 19-Jähriger, erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten.

Der Jüngere hatte bei dem Rennen Anfang Januar 2018 die Kontrolle über seinen Wagen verloren und war auf der Gegenfahrbahn gegen das Auto einer Frau geprallt. Die 57-Jährige und ihre junge Beifahrerin wurden schwer verletzt. Der Wagen der Frau krachte in ein weiteres Auto – dessen Fahrer und Beifahrer wurden ebenfalls verletzt. Der 19-Jährige erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Zeugen hatten das Rennen sowie den Unfall beobachtet und die Polizei alarmiert. Der 30-Jährige hatte dem Gericht zufolge den Unfall bemerkt, war aber verbotenerweise weitergefahren. Eine Zeugin folgte dem Mann mit ihrem Auto, notierte sein Kennzeichen und alarmierte die Polizei.

Gestartet hatten die verurteilten Männer ihr Rennen abends an einer roten Ampel in der Innenstadt. Der 30-Jährige war mit einem hochmotorisierten Auto unterwegs. Ein Gutachter sagte während der Verhandlung aus, die Wagen seien kurz vor dem Unfall mit mindestens 130 km/h unterwegs gewesen – in einer 50er-Zone. Während des Rennens hatte der 19-Jährige mit seiner Mutter in Afrika telefoniert. Sie hatte am Hörer den Unfall und die Rettungsaktion miterlebt.

Der 30-Jährige bekommt seinen Führerschein frühestens vier Monate nach Ende seiner Gefängnisstrafe wieder, der Jüngere frühestens nach einem Jahr und neun Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.