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Gericht lässt Anwalt mit Extra-Gebührenforderung abblitzen

München (dpa/lby) – Eine Anwaltstätigkeit mit «Copy-Paste»-Schriftsätzen ist nicht übermäßig schwierig, hat das Landgericht München II entschieden und eine besonders hohe Gebührenforderung abgelehnt. Statt der verlangten 1461 Euro stehe dem Anwalt nur die normale Gebühr von in diesem Fall 958 Euro zu, entschied das Gericht in einem am Freitag veröffentlichten Urteil. (Az: 10 O5088/19)

Der Berliner Rechtsanwalt hatte einen Dieselautofahrer aus dem bayerischen Altomünster bei einer Schadenersatzklage gegen VW vertreten. Für die besondere Schwierigkeit und den Umfang seiner Tätigkeit verlangte er einen Gebührenzuschlag. Dem Urteil der Richter nach hatte er aber für den konkreten Fall keinerlei Aktenstudium durchgeführt, sondern nur offenbar automatisch generierte Standard-Schriftsätze verschickt. Einen persönlichen Kontakt zwischen Kläger und Anwalt habe es nie gegeben. Das sei keine besonders umfangreiche oder schwierige Anwaltstätigkeit, entschied die Kammer.