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Grüne und FDP fordern Hygienekonzept vor Schulbeginn

München (dpa/lby) – Die Grünen und die FDP im bayerischen Landtag fordern zum Ende der Sommerferien ein ausgereiftes Hygienekonzept, um angesichts der Corona-Pandemie eine erneute landesweite Schließung von Schulen und Kitas zu vermeiden. Es gelte, Bildungsdefizite zu verhindern, sagte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze laut Mitteilung vom Sonntag. FDP-Fraktionsvorsitzender Martin Hagen sagte, aus der ersten Covid-19-Welle müssten Lehren gezogen werden, um sich besser auf mögliche weitere vorzubereiten. «Wir müssen mittelfristig lernen, mit dem Virus zu leben.»

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat für Montag zu einem Bildungsgipfel in München eingeladen. Dabei dürfte es auch um die Frage gehen, wo in Schulen Masken getragen werden müssen und welche sonstigen Hygieneauflagen den Regelbetrieb mit Präsenzunterricht sichern sollen. Die Sommerferien in Bayern enden am 7. September. FDP und Grüne haben Positionspapiere mit ihren Forderungen erarbeitet.

Die Grünen setzen laut Schulze auf «regelmäßige Tests, Smart Distancing statt Social Distancing, endlich eine umfangreiche digitale Ausstattung für die Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler und die passende Infrastruktur für das Lernen in der Schule».

Masken sollten dem Grünen-Konzept nach beispielsweise in Gängen oder in den Pausen getragen werden, nicht aber am Platz im Klassenzimmer. Lehrer könnten die Masken abnehmen, wenn am Pult eine Plexiglasscheibe ist. Ansonsten sollten Masken nur dann während des Unterrichtes getragen werden müssen, wenn es einen Verdachts- oder Infektionsfall an der Schule gibt.

Darüber hinaus fordert die Partei, bei einem Hygienekonzept speziell auch den Schulweg im Blick zu haben. Um etwa überfüllte Schulbusse zu vermeiden, müssten zusätzliche Busse eingesetzt werden. Hierfür müsse der Freistaat den Kommunen Geld zur Verfügung stellen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gabriele Triebel. Auch versetzte Anfangszeiten könnten für Entzerrung sorgen.

Die FDP verweist in ihrem Papier vor allem auch auf die Situation der Eltern für den Fall, dass einzelne Klassen oder Schulen den Präsenzunterricht unterbrechen müssen. Dann sei wichtig, dass die Eltern wissen, «was, wann, wie und warum von ihren Kindern und ihnen selbst erwartet wird» und dass die nötige technische Ausstattung vorhanden sei.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) meldete sich vor Söders Bildungsgipfel zu Wort: Ziel müsse sein, mit Maßnahmen wie Maskenpflicht, Plexiglaswänden und Einzeltischen einen sicheren Präsenzunterricht zu gewährleisten. Hierfür müssten sämtliche organisatorische wie technische Möglichkeiten ausgeschöpft werden, hieß es in einer Mitteilung. Das Maskentragen im Unterricht könne laut abl lediglich eine zeitlich oder regional beschränkte Maßnahme sein, weil es das pädagogische Arbeiten erschwere.