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Gute Zeiten bei Bad Bank FMS nähern sich dem Ende

München (dpa) – Die nach dem Skandal um die Hypo Real Estate (HRE) gegründete staatliche Bad Bank FMS Wertmanagement wirft weniger Gewinn ab. Der Überschuss betrug 2018 mit 115 Millionen Euro nur noch ein Drittel des Rekordergebnisses aus dem Vorjahr, als die FMS 359 Millionen erwirtschaftet hatte. In diesem Jahr erwarten die Abwicklungsbanker lediglich ein «mindestens ausgeglichenes» Ergebnis, wie der scheidende FMS-Chef Stephan Winkelmeier und seine Vorstandskollegen am Dienstag in München berichteten. «Wir werden am Ende Verluste machen», sagte Winkelmeier – der genaue Zeitpunkt ist offen.

Die Bundesregierung hatte die FMS 2010 gegründet, um das Portfolio der Münchner Skandalbank HRE abzuwickeln. Die FMS übernahm dabei Papiere mit einem nominellen Wert von 175 Milliarden Euro. Von den 175 Milliarden sind noch 69 Milliarden übrig, wie die FMS-Vorstände berichteten. Die tatsächlichen Verluste belaufen sich bislang auf etwa neun Milliarden Euro, die 2012 beim Schuldenschnitt für Griechenland anfielen.

Doch der Großteil der noch verbliebenen Papiere hat entweder sehr lange Laufzeiten über das Jahr 2030 hinaus oder ist schwer verkäuflich. Da der Betrieb der Bad Bank viel Geld kostet – alljährlich eine dreistellige Millionensumme – werden die Abwickler eines Tages unvermeidlich in die roten Zahlen rutschen, auch wenn es keine größeren Turbulenzen am Finanzmarkt geben sollte.

Um die erwarteten Verluste zu minimieren, hat sich die Bad Bank nun das Projekt «Next» verordnet. Damit soll bis Mitte des Jahrzehnts das Portfolio so einfach wie möglich umstrukturiert werden, um die Kosten so weit wie möglich zu senken. Die in Dublin ansässige Bank Depfa – vor zehn Jahren einer der Hauptauslöser des HRE-Debakels – soll nach Möglichkeit verkauft werden. «Wir werden diesen Versuch starten und die Depfa ins Schaufenster stellen», sagte Finanzvorstand Christoph Müller dazu.