Handyschwindel im großen Stil: Betrugsfall war wohl in Kulmbach aufgeflogen

Um einem Handyschwindel im großen Stil, auch in Vodaphone-Shops in Kulmbach, Bayreuth und Hof, dreht sich ein Betrugsprozess, der heute vor der großen Strafkammer am Landgericht in Bayreuth zu Ende gehen könnte.

Angeklagt sind zwei Betreiber eines Mobilfunk-Subunternehmens aus Weiden. Sie sollen laut Nordbayerischer Kurier 2014 und 2015 in Handy-Shops in Kulmbach, Bayreuth, Hof und Amberg 1.800 Mobiltelefone verschwinden lassen haben, im Wert von 900.000 Euro.

In den Shops seien Kunden Handyverträge verkauft worden mit einer Klausel, dass sie ihr Mobiltelefon kostenfrei ersetzt bekommen, sollte es defekt sein. In den Shops sollen dann immer wieder Handys als defekt deklariert worden sein, obwohl sie das nicht waren. Die neuen Geräte wurden dann unter der Hand weiter verkauft – so der Vorwurf.

Aufgeflogen ist der Betrug wohl durch eine Mitarbeiterin, die in Kulmbach zur Polizei gegangen ist. Die hat den Fall an die Kripo weitergeben.

Die zwei Hauptangeklagten könnten heute die Einstellung des Verfahrens erreichen, wenn sie eine Strafe von zwei Jahren – möglicherweise zur Bewährung – akzeptieren.

Fünf Mitangeklagte sind Beschäftigte in den Handy-Shops, die mit Verschwiegenheitsverträgen und  aggressiven Methoden mundtot gemacht worden sein sollen. Die meisten von ihnen haben eine Strafe von 500 Euro akzeptiert, damit ihre Verfahren eingestellt werden.