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Heimatschützer trainieren in Franken für Katastrophen

Volkach (dpa/lby) – Antreten, marschieren, schießen: Am Bundeswehr-Standort im unterfränkischen Volkach haben 68 Rekruten den neuen Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz gestartet. Die Teilnehmer unterziehen sich zunächst einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung, sagte Thomas Hambach, Brigadegeneral und Kommandeur des Landeskommando Bayern am Donnerstag.

Anschließend verpflichten sich die Absolventen für fünf Monate als Reservisten für möglichst regionale und heimatnahe Einsätze tätig zu sein. Dafür haben sie sechs Jahre Zeit, um etwa bei der Pandemiebekämpfung, Katastrophen oder Unglücken zu helfen. Das Angebot soll den bereits bestehenden Freiwilligen Wehrdienst ergänzen.

Neben dem Standort im unterfränkischen Volkach (Landkreis Kitzingen) werden in diesem Quartal in Bayern sieben weitere Soldaten im oberpfälzischen Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach) für die Grundausbildung trainiert. Im ersten Jahr sollen bundesweit 1000 Frauen und Männer im Rahmen des Programms «Dein Jahr für Deutschland» ausgebildet werden.

Wohlfahrtsverbände kritisieren, der neue Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz sei eine gut bezahlte Konkurrenz zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder Bundesfreiwilligendienst (BFD). «Wir setzen uns seit Jahren vergeblich dafür ein, dass die Freiwilligen im FSJ und BFD mehr Anerkennung und Vergünstigungen erhalten», sagte Margit Berndl, Vorstand des Paritätischen in Bayern. «Der neue «Freiwilligendienst» der Bundeswehr zeigt einmal mehr, dass soziale Tätigkeiten in unserer Gesellschaft weniger wert sind.»

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