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EM-Spiele in München: Innenminister zieht positive Bilanz

München (dpa/lby) – Mit dem Jubel italienischer Fans ist der vierte Spieltag der Fußballeuropameisterschaft am Standort München zu Ende gegangen. Die Anhänger der «Azzurri» feierten am Freitagabend ausgelassen den 2:1-Sieg der italienischen Mannschaft gegen das Team aus Belgien. Der Abend verlief laut Polizei ohne große Zwischenfälle. Auch Bayerns Innenminister zog eine positive Bilanz. Der weitgehend reibungslose Ablauf sei auch dem umsichtigen Verhalten von Polizei, Berufsfeuerwehr und Rettungsdiensten zu verdanken, sagte Joachim Herrmann (CSU) am Samstag.

«Sie alle haben erneut unter Beweis gestellt, dass sie auch Großereignisse bestens im Griff haben und in kritischen Situationen angemessen und professionell reagieren.» Dies gelte insbesondere mit Blick auf die «unsinnige und unverantwortliche Aktion von Greenpeace» am ersten Spieltag. Münchens Polizeivizepräsident Michael Dibowski sagte am Sonntag, der Vorfall trübe die Bilanz.

Am 15. Juni, kurz vor dem Anpfiff zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Frankreich, war ein Greenpeace-Aktivist mit einem Motorschirm auf dem Spielfeld notgelandet. Er hatte im Landeanflug zwei Männer im Publikum verletzt. Die riskante Protestaktion war scharf kritisiert worden. Greenpeace entschuldigte sich später dafür.

Besonders dankte Herrmann am Wochenende den Polizeidelegationen aus Frankreich, Portugal und Ungarn, die viel Konfliktpotenzial schon im Vorfeld gelöst hätten. Insgesamt waren an den vier Spieltagen laut Mitteilung rund 7700 Polizeibeamte im Einsatz. Die Feiern am Rande der Spiele sowie spontane Autokorsos seien auch weitestgehend problemlos abgelaufen. Die Münchner Polizei verzeichnete den Angaben nach 76 Straftaten – etwa Körperverletzungen – und 25 Ordnungswidrigkeiten.

«Auch wenn ich es als Sportminister sehr bedauere, dass die deutsche Nationalmannschaft nicht ins Viertelfinale eingezogen ist, bin ich unter sicherheitspolitischen Aspekten mit dem Verlauf der EM-Spiele in München insgesamt zufrieden», sagte Herrmann.

Dibowski zufolge hat die Diskussion um die Illuminierung der Fußballarena in Regenbogenfarben vor dem Spiel Deutschland gegen Ungarn erhöhte Wachsamkeit der Beamten erfordert. Es habe im Vorfeld Erkenntnisse über die «Anreise problematischer Fußballgruppierungen aus Ungarn» gegeben.

Der Einsatzleiter des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in München, Jürgen Terstappen, sagte, während der vier Spieltage seien jeweils 80 ehrenamtliche Helfer im Einsatz gewesen. 88 Menschen seien medizinisch versorgt worden. «Schwere Verletzungen blieben aber glücklicherweise aus.» Zu den häufigsten Beschwerden zählten Kreislaufprobleme.

Auch die Münchner Feuerwehr war am Samstag zufrieden mit der Bilanz. Sie richtet nach eigenen Angaben den Blick schon wieder in die Zukunft: Im Juni 2024 soll die Europameisterschaft in Deutschland stattfinden. München ist als Austragungsort wieder vorgesehen.

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