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Holetschek verteidigt Maßnahmen: System kurz vor Kollaps

München (dpa/lby) – Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die neuen Corona-Regeln in Bayern verteidigt und zu Vorsicht, Solidarität und Impfbereitschaft gemahnt. «Wenn das so weiterläuft, dann ist unser Gesundheitssystem vor dem Kollaps, definitiv», sagte er am Freitag nach Beratungen der CSU-Freie-Wähler-Koalition in München. Die beschlossenen Maßnahmen seien konsequent und richtig.

«Wer nicht glaubt, dass die Situation ernst ist, dramatisch und besorgniserregend, der muss nur mit Pflegekräften und Ärzten sprechen», sagte er. «Die Menschen kämpfen auf den Intensivstationen um das Leben anderer.» 896 Intensivbetten seien bereits am Freitag mit Covid-19-Patienten belegt gewesen, «eine gewaltige Zahl». Dass Operationen verschoben werden müssten, nannte er einen Zustand, der eigentlich unglaublich sei. Und Neuinfektionen von heute kämen erst in zwei Wochen in den Krankenhäusern an.

Wenn er von Partys mit 1000 Leuten lese – wie es sie im Rottal gegeben habe – «dann ist das für mich schon ein Akt vorsätzlicher Körperverletzung.» Während Menschen für andere kämpften, intubiert würden, sich von Angehörigen verabschiedeten oder um ihr Leben kämpften, gingen andere feiern.

Jeder könne freiwillig einen Beitrag leisten, indem er Kontakte vermeide und ein Stück weit Rücksicht nehme. Gebot der Stunde sei nun das Impfen. Da müsse man alles tun, um vorankommen, sagte er.

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