Ein Staatsanwalt steht vor einem Stapel Gerichtsakten., © Christian Charisius/dpa/Symbolbild

HWK-Skandal vor Gericht: 61-Jährige Ex-Geschäftsführer einer HWK-Tochter muss sich verantworten

Ab heute steht der Mann vor Gericht, der den riesen Finanzskandal bei der Handwerkskammer für Oberfranken vor drei Jahren ausgelöst hat, der ehemalige Geschäftsführer einer HWK-Tochter, die die Mitgliedsunternehmen in Steuerfragen beraten sollte. Der Geschäftsführer soll für die HWK-Tochter nicht genug Steuern abgeführt haben – die Rede ist von einer halben Million Euro.
120.000 Euro Schaden kommen obendrauf, weil der heute 61-Jährige private Ausgaben mit seiner HWK-Kreditkarte bezahlt haben soll. Laut Nordbayerischer Kurier mindestens 500 Einzelposten von 99 Cent bis  über 2.000 Euro. Und nochmal 800.000 Euro an Überweisungen soll er gezielt auf sein Privatkonto umgeleitet haben. Macht summa summarum einen Schaden von rund zwei Millionen Euro.
Die Handwerkskammer hat inzwischen  Schadensersatz von mehr als zwei Millionen von dem ehemaligen Mitarbeiter erstritten – offen ist, ob sie das Geld je erhält.

Der Steuer- und Untreueskandal bei der HWK -Tochter war 2019 ins Rollen gekommen. Präsident Zimmer und  Hauptgeschäftsführer Koller mussten gehen. Gegen sie und den früheren HWK-Hauptgeschäftsführer Eggers laufen mehrere Zivilklagen. Bedeutet, die Aufarbeitung des HWK-Skandals wird wohl noch ein Weilchen dauern. Allein der aktuelle Strafprozess soll bis in den Herbst dauern.

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