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In Bayern wieder Impfungen mit Astrazeneca möglich

München (dpa/lby) – Nach der Freigabe durch den Bund können in Bayern am Freitag die Corona-Schutzimpfungen mit Astrazeneca fortgesetzt werden. Noch am Donnerstagabend sollten die Impfzentren schriftlich darüber informiert werden, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Er betonte, dass die Impfzentren individuell regeln müssten, wie sie mit den bestehenden Terminen und auch möglichen Nachholterminen verfahren würden. Aus der Sicht Holetscheks sollten aber diejenigen, deren Termine wegen der zwischenzeitlichen Aussetzung von Astrazeneca ausgefallen sind, bei neuen Planungen bevorzugt behandelt werden.

Zudem müsse nun abgewartet werden, wie jetzt die Nachfrage nach dem Mittel von Astrazeneca sei. Es bleibe ein hoch wirksamer Impfstoff, der vor schweren Verläufen und sogar vor dem Tod schützen kann, sagte Holetschek. Dies sei nun wiederholt festgestellt worden.

Am Donnerstag hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) bekräftigt, dass der Impfstoff von Astrazeneca sicher sei. Die seit Montag ausgesetzten Corona-Impfungen mit dem Präparat sollen am Freitag in ganz Deutschland wieder aufgenommen werden – aber mit einem neuen Warnhinweis für Frauen unter 55 Jahren. Sollten Frauen den Impfstoff nicht nutzen können, müsse es auch hier individuelle Lösungen geben, sagte Holetschek. «Wir wollen jedem ein Angebot machen, das ist weiter das Ziel.»

Die Grünen im Landtag forderten unterdessen von der Staatsregierung mehr Transparenz über die Impfungen und die Impfstoff-Verteilung. Bislang sei «absolut unklar und intransparent», ob es in Bayern gelinge, die Impfverordnung des Bundes sicherzustellen, heißt es in einem Positionspapier der Fraktion mit dem Titel «Echter Impfturbo».

Zudem brauche es eine breit aufgestellte Aufklärungskampagne, mehr und schnellere Impfangebote für Risikogruppen sowie im weiteren Verlauf des Jahres auch eine flexiblere Impfreihenfolge. Um die Impfkapazitäten zu erhöhen, seien zudem mehr große Impfzentren etwa auch in Kirchen und Kulturstätten sowie mehr Fachpersonal nötig.

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