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Ingwer-Anbau in Bayern läuft gut

Bamberg (dpa/lby) – Nach ersten Anbauversuchen etabliert sich der Ingwer nach und nach auf den Feldern der bayerischen Gemüsebauern. «Ganz viele Erwerbsgärtner haben schon angefangen», sagte Versuchsingenieurin Birgit Rascher von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Bamberg. Dort versuchten sich die Experten 2017 erstmals im Anbau der exotischen Knolle – mit Erfolg: «Das Projekt hat zügig Anhänger gefunden.» Rascher gibt deshalb auch Seminare zum Ingwer-Anbau und berät interessierte Gärtner und Landwirte. «Das Thema floriert», sagte sie.

Ingwer wird normalerweise vor allem in Indien, Indonesien, China, Südamerika, aber auch auf den Fidschi-Inseln angebaut. Auf dem Versuchsgelände der LWG in Bamberg laufen die Versuche unter Folienabdeckung – also ohne zusätzliche Wärmezufuhr – und auch beheizte Anbauversuche parallel. 2020 erntete die Landesanstalt zwei bis drei Kilo Ingwer pro Quadratmeter Anbaufläche.

In Hofläden oder auf Wochenmärkten könne man Ingwer aus heimischem Anbau inzwischen entdecken, sagte Rascher weiter. 100 Gramm Ingwer kosten demnach etwa 1,80 Euro. «Es ist ein Produkt, das die Kunden schätzen, und eine wunderschöne Bereicherung für die Direktvermarktung.»

Die Landesanstalt will ihre Anbauversuche auch 2021 fortsetzen. «Es gibt noch viele Bereiche, wo wir noch nicht so viel wissen», betonte Rascher. Beispielsweise wolle man noch mehr über möglichen Krankheitsbefall lernen. Ingwer gilt als wichtige Zutat in der Küche, aber auch als bedeutende Heilpflanze – beispielsweise im Tee, um Erkältungen zu bekämpfen.