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Operazione Monaco: Italiener bereiten sich auf EM-Spiel vor

München (dpa/lby) – Italienische Fußball-Fans bereiten sich auf das EM-Spiel zwischen Italien und Belgien am Freitagabend in der Münchner Arena vor. Auf Facebook-Gruppen wird gemeinsames Rudelgucken organisiert, italienische Medien sprechen von der «Operazione Monaco di Baviera», der «Operation München» also. Der Austragungsort sei für die Italiener bestens, schreibt die «Gazzetta dello Sport». Denn schließlich sei München italophil und hier würden auch diejenigen Spritz und Pizza mögen, die mit Bier und Brezel aufgewachsen seien.

Die Münchner Polizei wird – wie zuletzt auch bei den beiden Gruppenspielen der deutschen Nationalmannschaft in der Arena – mit rund 1500 Beamten im Einsatz sein, wie ein Sprecher sagte. Dazu kommen vier Kollegen aus Italien und sechs aus Belgien. Diese Praxis ist Oktoberfest-erprobt. Traditionell kommen am als Italiener-Wochenende bekannten zweiten Wiesn-Wochenende italienische Polizisten zur Unterstützung nach München.

Erkenntnisse über große, geplante Fan-Ansammlungen hat die Polizei nicht. Beim letzten Sieg der Italiener hatte es einen Auto-Korso auf der Leopoldstraße gegeben. «Das geht ja bei jedem Wetter», sagte der Polizeisprecher.

Das italienische Generalkonsulat weist auf seiner Homepage auf die Corona-Regeln hin, die derzeit in München gelten: beispielsweise, dass es eine Testpflicht für das Stadion gibt, obwohl Italien nicht mehr als Risikogebiet gilt, dass hier und da noch Maskenpflicht herrscht und dass am Gärtnerplatz kein Alkohol getrunken werden darf. Außerdem gibt es praktische Tipps zur Anreise aus der Innenstadt zum EM-Stadion in Fröttmaning.

14.500 Zuschauer sind für das Spiel zugelassen, an die Fans aus Belgien und Italien gingen nach Angaben der Organisatoren jeweils rund 2000 Tickets. Chancenlos waren alle, die noch versuchten Tickets zu bekommen, in Internetportalen wurden die zum Teil mit bis zu 1700 Euro gehandelt.

Für die Italiener dürfte es eine Art Heimspiel sein – nicht nur, weil Münchner ihre Stadt selbst gern als die nördlichste Italiens bezeichnen. «Das ist kein Allgemeinplatz», bestätigte der Generalkonsul Enrico De Agostini laut «Gazzetta dello Sport». Ende Dezember 2020 lebten nach Angaben des Münchner Statistikamtes 28 496 Italiener in der bayerischen Landeshauptstadt – und nur 979 Belgier.

Wie viele Italiener außerdem nach München reisen, war unklar. Mit organisierten Masseneinreisen rechnet die Polizei nicht. Mit Blick auf Corona steht Italien derzeit jedenfalls ganz gut da. Auch dort sinken die Corona-Fallzahlen kontinuierlich. Der zuletzt berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert (18. bis 24. Juni) betrug im Schnitt 11 Fälle je 100.000 Einwohner. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums gegen Covid-19 durchgeimpft. Zuletzt meldeten die Behörden deutlich weniger als 1000 tägliche Neuinfektionen und weniger als 60 Tote mit dem Virus.

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